Hintergrund und Ziele

Die im September 2021 auf den Seiten der AWMF veröffentlichte Leitlinie “Long-/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen definiert Long-COVID wie folgt: „Im Anschluss an eine akute COVID-19 können die Beschwerden über eine längere Zeit anhalten. Meistens kommt es nach wenigen Wochen zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Manche Betroffene sind jedoch noch längere Zeit nach der akuten Erkrankung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen, benötigen deutlich länger, um zu genesen oder entwickeln auch neue Symptome im Zusammenhang mit einer durchgemachten COVID19. Anhaltende oder neue direkt nach der COVID-19 entstehende bzw. fortbestehende Symptome werden als “Long-COVID” bezeichnet.(…) “Long-COVID”: Beschwerden, die länger als vier Wochen nach Infektion auftreten oder fortbestehen, “Post-COVID”: Beschwerden, die länger als 12 Wochen nach Infektion auftreten oder fortbestehen. Die in der Literatur am häufigsten genannten Symptome sind Fatigue (Erschöpfung), eingeschränkte Belastbarkeit, Atemnot bei Belastung, Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen sowie Riech- und Schmeckstörungen (siehe o.g. Leitlinie S. 7).

Durch das Zusammenspiel von Sorgen der Patient:innen bezüglich ihrer Symptomatik, der Neuheit des Krankheitsbildes, der resultierenden Unsicherheiten, der vielen gleichzeitig Betroffenen durch das pandemische Geschehen und der zudem  bestehenden wissenschaftlich-medizinischen Unklarheiten über das Krankheitsbild ist das Gesundheitssystem vor Herausforderungen gestellt. Diesen wollen wir mit der Entwicklung eines regionalen, gestuften Versorgungskonzepts für Patient:innen mit Long-COVID-Syndrom begegnen, in die alle beteiligten Akteuren einbezogen werden.